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Wärmebilder - Technologie


Die Thermografie, also die fotografische Aufnahme der Eigenwärme von Gegenständen, Flächen oder Personen, ist ein Verfahren bei dem eine Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunktes gemessen und sichtbar gemacht wird. Da jede bewegliche oder unbewegliche Fläche Wärme in Form infraroter Strahlung absondert, kann diese durch sogenannte Falsch-Farben-Darstellung auf einem Thermogramm für das menschliche Auge sichtbar und zu Analysezwecken auswertbar gemacht werden. Das Thermogramm, ein auf Papier oder Bildschirm sichtbar gemachtes Abbild der unterschiedlichen Temperaturen, gestattet dem Betrachter anhand eines gewählten Farbspektrums die Auswertung. Ähnlich wie bei einem Diagramm lassen sich Niedrig- und Spitzenwerte in unterschiedlichen Farbtönen und Farbintensitäten sichtbar machen. Minimale und maximale Temperaturprofile bieten dann in den Wärmebildern die Grundlage zur Fehlerrecherche oder Spurensuche.

Wärmebilder fanden und finden häufige Anwendung beim Militär. Um gegnerische Stellungen, fliegende Angreifer und mobile Ziele, also Mensch und Maschine, auf größere Entfernung und in gut getarnter Umgebung, sichtbar zu machen, wurde eine Technologie entwickelt, welche auch bewegte Objekte aus der Eigenbewegung heraus abbilden konnte. Als einfaches Beispiel lässt sich hier ein Panzer in Tarnbemalung anführen, welcher mit laufendem und damit wärmeabsonderndem Motor gut geschützt zwischen Baumen versteckt fährt und aus großer Entfernung kaum sichtbar ist. Erst eine spezielle Thermografie-Kamera bringt hier buchstäblich Licht ins Dunkel und ortet das Objekt – stationär vom Boden aus oder im Überflug in großer Höhe. Erstmalig angewendet wurde diese Praktik von den amerikanischen Militärs im Korea-Krieg.

Wie entstehen eigentlich Wärmebilder? Die in der Thermografie eingesetzte Wärmebildkamera (also das bildgebende Gerät) empfängt Infrarotstrahlung. Infrarotes Licht „strahlt“ auf einer bestimmten Wellenlänge im Spektralbereich. Bei dem berührungslosen Verfahren zwischen Kamera und Objekt stört weder die Strahlung der Sonne noch eine künstliche Lichtquelle. Das für das menschliche Auge nicht sichtbare Restlicht landet sensorisch oder ab auf dem Film der Kamera und belichtet diesen. In unterschiedlichen Graustufen, welchen dann mit Hilfe spezieller Software Farben indiziert werden, lassen sich der wärmste und der kälteste Punkt feststellen. Diese Interpretation der Farben erlaubt dann eine gezielte Gegenmaßnahme. Diese muss nicht militärischer und zerstörerischer Natur sein – in der energetischen Bewertung von Gebäuden oder der Leckortung bei Maschinen erweist sich die Thermografie als Entdecker von Energiesparpotentialen.